der schönste Ortsteil von Homburg/Saar

A+ A A-
  • Hauptkategorie: ROOT
  • Zugriffe: 4470

Brücke zur Insel im Karlsbergweiher vor dem Aus!

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Wenn Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner an die Brücke zur kleinen Insel auf dem Karlsbergweiher denkt, dann erinnert ihn das an frühere Jahre. Er habe selbst dort gebadet, kenne den kleinen Überweg, der hier einst existierte, noch gut. Heute ist dieses Brückchen Geschichte, sollte aber eigentlich wieder auferstehen, sozusagen.

Im Rahmen der Erschließungsarbeiten, die im Waldpark laufen, war nämlich auch daran gedacht worden, eine Holzbrücke, nach dem Muster des Übergangs, den es hier in den 40er und 50er Jahren gab, zu bauen.
Nun gab es Ärger um diesen eigentlich gut gemeinten Plan. Bürger aus Bruchhof-Sanddorf machten dagegen mobil. Ihr Argument: Die Insel sei mit den Jahren zum Biotop geworden, diene Vögeln, besonders Enten und Graureihern, als Rückzugsplatz. Dies alles sei nun gefährdet, wenn es mit der Ruhe erst vorbei sei. Durch die Brücke könnten Party liebende Jugendliche angelockt werden, die sich hier im schlimmsten Fall nicht nur austoben, sondern auch noch jede Menge Schmutz hinterlassen könnten.
„Man sollte das kleine Biotop, das sich auf der Insel gebildet hat, belassen“, sagte gestern auch der Ortsvertrauensmann von Bruchhof-Sanddorf, Thomas Morsch (CDU), und schloss sich damit der Meinung seines Vorgängers Hans Engel an. Die Mehrheit der Bruchhof-Sanddorfer sage Nein dazu. Das Geld könne für anderes besser verwendet werden, am Karlsberg gebe es genug zu tun, fügte er hinzu. Er denke etwa an die Bauarbeiten an der Orangerie, bei denen es vorangehen sollte, damit der Bauzaun dort verschwinde.
Oberbürgermeister Schöner sieht das Ganze relativ gelassen: „Wenn die Leute, die Brücke nicht wollen, dann lassen wir das eben.“ Schließlich wolle man niemandem etwas überstülpen. Entstanden sei das Vorhaben, als sich Leute bei einer Begehung vor etwa zwei Jahren, ausdrücklich dafür ausgesprochen hätten, die Brücke wieder entstehen zu lassen. Da er nun in verschiedenen Gesprächen gespürt habe: Die Mehrheit will es nicht, solle das Projekt aus seiner Sicht gestoppt werden. „Für mich ist der Weiher auch ohne Brücke okay.“ Und zudem könne man so Geld sparen. Es sei ja ohne hin immer schwieriger, eine Finanzierung in die Wege zu leiten, als etwas zu streichen. Die touristische Attraktivität habe man durch andere Projekte der Stiftung Karlsberger Hof ja vorangebracht, jüngst etwa durch den Audio-Führer.
Auch Landrat Clemens Lindemann will nichts gegen den Willen der Bürger machen. Er möchte daher das Gespräch mit ihnen suchen, wie der Pressesprecher des Saarpfalz-Kreises, Udo Steigner, auf Anfrage mitteilte. Derzeit würden zunächst formal die Genehmigungen übergeordneter Behörden eingeholt, auch um mögliche Zuschüsse einfordern zu können. Danach solle die Meinung der Leute weiter abgefragt werden. Dann werde man gemeinsam entscheiden, so Steigner.

Bericht aus der Saarbrücker Zeitung